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Rebirthing Breathwork – eine verständliche Einführung in Methode, Ursprung und Praxis

Person praktiziert ruhige, bewusste Atmung als Teil von Breathwork

Inhaltsverzeichnis



Rebirthing Breathwork ist eine Methode der bewussten, verbundenen Atmung, die in den 1960er-Jahren entwickelt wurde. Durch das kontinuierliche, fließende Ein- und Ausatmen entsteht ein Erfahrungsraum, in dem sich körperliche, emotionale und bewusste Prozesse zeigen können. Der Atem dient dabei als Zugang zu inneren Erfahrungen, Erinnerungen und Einsichten, die über reines Denken hinausgehen und im Erleben erfahrbar werden.


Worum es in diesem Beitrag geht


Dieser Beitrag dient der Einordnung und Orientierung.

Er zeigt, was Rebirthing Breathwork ist, woher diese Praxis kommt und wie sie heute angewendet wird.


Im Mittelpunkt stehen:


  • die Grundidee von Rebirthing Breathwork

  • der verbundene Atem als zentrales Element

  • der typische Rahmen einer Session


Rebirthing Breathwork wird hier als Erfahrungsweg beschrieben, der über bewusste Atmung Zugang zu inneren Prozessen und persönlicher Erkenntnis eröffnet.

Was ist Rebirthing Breathwork?


Rebirthing Breathwork ist eine Form des bewussten verbundenen Atmens.

Ein- und Ausatmung gehen dabei ohne Pause ineinander über. Der Atem fließt gleichmäßig und kontinuierlich über einen längeren Zeitraum.


Diese Atemweise eröffnet einen inneren Erfahrungsraum. Sie kann:


  • innere Prozesse in Bewegung bringen

  • emotionale Erinnerungen zugänglich machen

  • das Erleben vertiefen

  • Bewusstheit fördern


Rebirthing wird meist in liegender Position praktiziert und von einer erfahrenen Begleitung gehalten, die den Prozess achtsam unterstützt.


Ursprung & Entwicklung von Rebirthing Breathwork: Leonard Orr

Rebirthing Breathwork entwickelte sich in den 1960er- und 1970er-Jahren. Maßgeblich geprägt wurde die Praxis durch die Arbeit von Leonard Orr, der den verbundenen Atem als Zugang zu frühen Erfahrungen und inneren Prozessen erforschte.

Im Zentrum seiner Beobachtungen standen insbesondere:

  • Erfahrungen rund um Geburt und frühe Kindheit

  • prägende Lebensereignisse

  • die enge Verbindung von Atem, Körper und innerem Erleben

Orr ging davon aus, dass sich solche Erfahrungen weniger im bewussten Denken zeigen, sondern im Atem- und Körpererleben wirksam bleiben. Durch bewusstes, verbundenes Atmen sollte ein Zugang zu diesen Ebenen möglich werden. Viele Menschen beschrieben diese Prozesse als eine innere Klärung oder Erneuerung, woraus sich der Begriff Rebirthing entwickelte.

Im Laufe der Zeit wurde Rebirthing in unterschiedlichen Kontexten weitergegeben und angepasst. Daraus entstanden verschiedene Schulen, Stile und Auslegungen, die sich im Rahmen, in der Haltung zur Erfahrung und in der Art der Begleitung unterscheiden.

Heute wird Rebirthing Breathwork weltweit praktiziert und häufig unter dem übergeordneten Begriff Conscious Connected Breathing eingeordnet. Trotz unterschiedlicher Ausprägungen bleibt der verbundene Atem das gemeinsame Grundelement.


Die Grundidee hinter Rebirthing


Die zentrale Annahme von Rebirthing Breathwork ist, dass der Atem eng mit Emotionen, Bewusstsein und persönlicher Lebensgeschichte verbunden ist. Atemmuster werden dabei als Ausdruck innerer Prägungen und Erfahrungen verstanden.


Rebirthing geht davon aus, dass sich solche Prägungen auch im Atemmechanismus selbst zeigen können. In der Rebirthing-Tradition wird angenommen, dass frühe Erfahrungen – einschließlich der Geburt – Einfluss auf die natürliche Atembewegung haben können. Daraus können sich unbewusste Atemblockaden oder eingeschränkte Atemmuster entwickeln.


Im Atemprozess kann:


  • die innere Wahrnehmung feiner werden

  • der Kontakt zum eigenen Atem sich vertiefen

  • unbewusste Atemmuster und -blockaden erfahrbar werden

  • sich festgehaltene Atembewegungen allmählich lösen

  • emotionale oder körperliche Reaktionen sichtbar werden


Rebirthing versteht sich als Weg der Selbsterfahrung. Der Prozess entfaltet sich über unmittelbares Erleben und aufmerksame Beobachtung, nicht über Analyse oder gezielte Bearbeitung. Der Atem dient dabei als zentrales Medium, durch das innere Zusammenhänge und Prägungen bewusst wahrgenommen werden können.


Der verbundene Atem – wie die Methode funktioniert


Der verbundene Atem bildet das Zentrum der Rebirthing-Praxis. Er beschreibt eine kontinuierliche Atemweise, bei der Ein- und Ausatmung direkt ineinander übergehen.


Typische Merkmale sind:


  • Ein- und Ausatmung ohne Pause

  • ein gleichmäßiger, fließender Atemrhythmus

  • bewusste Aufmerksamkeit auf den Atemverlauf


Der Atem wird dabei nicht gesteuert oder forciert. Er darf sich natürlich entfalten. Mit zunehmender Dauer der Atmung verändert sich häufig die Wahrnehmung von Körper, Zeit und innerem Raum. Viele Menschen erleben eine vertiefte Präsenz und einen intensiveren Kontakt zum eigenen Erleben.

Wie eine Rebirthing-Session typischerweise abläuft


Vorbereitung

  • ruhiger, geschützter Raum

  • kurzes Vorgespräch zur Orientierung

  • Erklärung der Atemweise und des Rahmens


Atemphase

  • Dauer meist 60–90 Minuten

  • liegende Position

  • kontinuierlicher, verbundener Atem

  • eine begleitende Person hält den Raum


Abschluss

  • sanfte Rückkehr aus der Atemphase

  • Nachspüren im eigenen Tempo

  • Integration oder kurzer Austausch

Jede Session verläuft individuell und orientiert sich am persönlichen Erleben.


Was Menschen während Rebirthing erleben


Die Erfahrungen während einer Rebirthing-Session können sehr unterschiedlich sein. Häufig berichten Menschen von:


  • emotionale Wellen

  • Körperempfindungen

  • Erinnerungsbilder

  • innere Einsichten

  • Phasen tiefer Ruhe


Das Erleben folgt keinem festen Muster. Sowohl intensive als auch sehr stille, unspektakuläre Sessions gehören zum Prozess und werden als gleichermaßen bedeutsam beschrieben.


Einordnung: Rebirthing, Selbsterfahrung und Bewusstsein


Rebirthing Breathwork wird als Weg der Selbsterfahrung verstanden. Der Atem dient dabei als Zugang zum eigenen inneren Erleben und als Spiegel persönlicher Prägungen, Erfahrungen und Haltungen.


Im Mittelpunkt stehen:


  • eine offene Haltung gegenüber inneren Prozessen

  • die bewusste Wahrnehmung von Körper, Emotionen und Bewusstsein

  • die Bereitschaft, dem eigenen Erleben Zeit und Raum zu geben


Rebirthing geht davon aus, dass sich innere Muster nicht primär über Denken verändern, sondern über direkte Erfahrung. Atemrhythmus, Atemtiefe und Atemfluss können Hinweise auf unbewusste Schutzmechanismen oder frühe Prägungen geben, die im Alltag meist unbemerkt bleiben.


Der Atem begleitet diesen Prozess kontinuierlich. Er eröffnet einen Erfahrungsraum, in dem Wahrnehmung, Einsichten und Veränderungen aus dem Erleben selbst entstehen können – ohne Analyse oder äußere Intervention.


Abgrenzung zu Atemübungen und Regulationstechniken


Rebirthing Breathwork unterscheidet sich weniger durch einzelne Atemtechniken als durch die Dauer und Tiefe des Atemprozesses. Der Atem wird nicht punktuell eingesetzt, sondern über längere Zeiträume als fortlaufender Erfahrungsraum zugelassen.


Während Atemübungen und Regulationstechniken den Atem häufig gezielt nutzen, um bestimmte Zustände zu unterstützen oder Funktionen zu erfüllen, versteht Rebirthing den Atem als Ausdruck des gesamten menschlichen Erlebens – einschließlich Prägungen, Schutzmechanismen und innerer Geschichte. 👉 Wenn du dir einen grundlegenden Überblick verschaffen möchtest, was unter Breathwork allgemein verstanden wird, findest du hier eine einfache Einführung:


Im Mittelpunkt stehen:


  • Offenheit gegenüber dem, was sich im Moment zeigt

  • eine wache, nicht bewertende Wahrnehmung von Körper, Emotionen und Bewusstsein

  • die Bereitschaft, Kontrolle schrittweise loszulassen und dem Atem zu folgen


Der Atem wird dabei nicht angewendet, um etwas zu erreichen oder zu verändern. Er begleitet einen inneren Prozess, der sich aus dem Erleben selbst entfaltet. Rebirthing ist daher weniger eine Übung als ein Erfahrungsweg, der Selbsterkenntnis, Bewusstheit und innere Bewegung ermöglicht.


Varianten & verwandte Breathwork-Ansätze


Rebirthing Breathwork steht in Beziehung zu weiteren Formen der Atemarbeit, die ebenfalls mit verbundenem Atmen arbeiten.


Dazu zählen unter anderem:

  • Holotropic Breathwork

  • Transformational Breath

  • Conscious Connected Breathing


Allen Ansätzen gemeinsam ist die Arbeit mit verbundenem Atem über einen längeren Zeitraum. Unterschiede zeigen sich vor allem:

  • im jeweiligen Rahmen (Einzel- oder Gruppenarbeit)

  • in der Haltung zur Erfahrung und Begleitung

  • in der Intensität und Dauer der Atemphasen

Darüber hinaus existieren schamanisch geprägte Formen der Atemarbeit. In vielen schamanischen Traditionen wurde der Atem genutzt, um veränderte Bewusstseinszustände zu begleiten, meist eingebettet in rituelle, rhythmische oder spirituelle Kontexte.


Diese Vielfalt verdeutlicht, dass verbundene Atmung auf unterschiedliche Weise verstanden und praktiziert wird. Ausrichtung und Anwendung hängen dabei stark vom Kontext, der Zielsetzung und der persönlichen Haltung der Begleitung ab.


Für wen Rebirthing Breathwork geeignet ist- für wen nicht


Geeignet kann Rebirthing Breathwork sein für Menschen, die:


  • sich selbst besser verstehen möchten

  • offen für innere Prozesse und Selbsterfahrung sind

  • bereit sind, dem eigenen Erleben Raum zu geben

  • einen erfahrungsorientierten Zugang zu Atemarbeit suchen

  • sich in einer stabilen körperlichen und psychischen Verfassung befinden


Rebirthing richtet sich an Menschen, die den Atem als Zugang zu innerem Erleben nutzen möchten und bereit sind, sich auf einen offenen Prozess einzulassen.


Sicherheit, Rahmen & Verantwortung

Rebirthing Breathwork ist eine intensive Form der Selbsterfahrung und setzt einen geschützten Rahmen sowie innere und körperliche Stabilität voraus. Es gibt bestimmte gesundheitliche und psychische Voraussetzungen, bei denen Rebirthing nicht oder nur nach fachlicher Rücksprache geeignet ist.


👉 Eine ausführliche Übersicht zu möglichen Kontraindikationen findest du im Abschnitt „Sicherheit und medizinische Aspekte"


Im Zweifel gilt: Eine offene Rücksprache mit einer erfahrenen Begleitung sowie gegebenenfalls mit medizinischen oder therapeutischen Fachpersonen ist immer sinnvoll.


Häufige Missverständnisse


Rund um Rebirthing Breathwork gibt es unterschiedliche Erwartungen.

Die folgenden Punkte helfen bei einer realistischen Einordnung:


  • Rebirthing wird als Erfahrungsweg verstanden, nicht als klassische Entspannungsform

  • Jede Session ist individuell und folgt keinem festen Ablauf

  • Erleben lässt sich nicht planen oder herstellen, sondern entfaltet sich im Prozess

  • Bedeutung und Wirkung zeigen sich oft zeitversetzt und im eigenen Tempo


Rebirthing Breathwork lädt dazu ein, offen zu bleiben und dem eigenen Erleben ohne Bewertung zu begegnen. Genau darin liegt der Kern der Praxis.


Integration nach einer Session


Die Zeit nach einer Rebirthing-Session ist ein wesentlicher Teil des gesamten Prozesses. Sie gibt Raum, das Erlebte nachwirken zu lassen und behutsam in den Alltag zu integrieren.


Hilfreich können sein:


  • bewusste Ruhephasen

  • Zeit für dich, ohne äußeren Druck

  • Schreiben, Zeichnen oder andere kreative Ausdrucksformen

  • achtsame Pausen und eine reizärmere Umgebung


Integration bedeutet nicht, alles sofort zu verstehen oder einordnen zu müssen. Oft entfaltet sich Bedeutung erst mit zeitlichem Abstand.


👉 Ergänzende Hinweise zu Nachbereitung, Selbstfürsorge und Integration findest du in meinem ausführlichen Handout:


FAQ


Ist Rebirthing für Anfänger geeignet?

Ja. Mit einer achtsamen Begleitung und einem geschützten Rahmen ist Rebirthing auch für Menschen ohne Vorerfahrung gut zugänglich.


Wie intensiv sind Rebirthing-Sessions?

Das Erleben ist individuell. Manche Sessions sind emotional bewegt, andere ruhig und unspektakulär. Beides gehört zum Prozess.


Wie oft wird Rebirthing praktiziert?

Die Häufigkeit variiert. Sie richtet sich nach dem persönlichen Anliegen, dem eigenen Tempo und dem jeweiligen Prozess.


Fazit & nächste Schritte


Rebirthing Breathwork ist eine besondere Form der Atemarbeit, die den Atem als Zugang zu innerem Erleben versteht. Im Mittelpunkt steht Selbsterfahrung, nicht Optimierung oder Zielerreichung.


Wenn du verstehen wolltest, was Rebirthing Breathwork ist, woher diese Praxis kommt und wie sie heute angewendet wird, hast du nun eine fundierte Grundlage. Ob und wie tief du dich darauf einlassen möchtest, liegt bei dir und deinem eigenen Tempo.


Als nächsten Schritt kann es hilfreich sein, Erfahrungen weiter zu reflektieren, dich mit qualifizierter Begleitung auszutauschen oder dich behutsam an eine eigene Praxis heranzutasten.

Atemreisen bei Atemwunder® – mein eigener Zugang


In meinen Atemreisen bei Atemwunder® arbeite ich mit Elementen des verbundenen Atmens, wie sie auch im Rebirthing Breathwork genutzt werden. Daraus habe ich einen eigenen, zeitgemäßen Ansatz entwickelt, der auf Präsenz, Achtsamkeit und bewusster Begleitung basiert.


Die Atemreisen sind achtsam geführte Selbsterfahrungsräume. Sie bieten Orientierung und Halt, ohne etwas vorzugeben. Der Atem lädt dazu ein, dem eigenen inneren Erleben im eigenen Tempo zu folgen.




👉 Wenn du solche Impulse regelmäßig in deinem Postfach haben möchtest, trag dich gern in meinen Newsletter ein.

Im Atemwunder®-Newsletter teile ich Einblicke, Reflexionen und Inspirationen rund um Atem, Selbsterfahrung und innere Wege.



Über den Autor


Nils Hammann, Atembegleiter und Gründer von Atemwunder

Nils – Atembegleiter, Coach & Gründer von Atemwunder® 

Begleitet Menschen mit bewusster Atmung auf dem Weg zu mehr innerer Ruhe, Klarheit und Lebendigkeit.

Atemübungen ersetzen keine medizinische oder therapeutische Begleitung. Sie können jedoch eine wertvolle, unterstützende Praxis sein.


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